Ricoh Deutschland GmbH

Hannover

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2022

Anhang für das Geschäftsjahr 2021/2022

A. Allgemeine Angaben

Die Ricoh Deutschland GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter HRB 5794 eingetragen und hat ihren Firmensitz in der Vahrenwalder Str. 315, 30179 Hannover, Deutschland.

Der Jahresabschluss zum 31. März 2022 wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsrechts für Kapitalgesellschaften und des GmbH-Gesetzes erstellt. Die Ricoh Deutschland GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gliederung der Bilanz änderte sich gegenüber dem Vorjahr nicht. In der Bilanz wurde auf der Aktivseite unter A.II.3 das gesetzliche Gliederungsschema um den Posten Vermietvermögen erweitert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Ausübung des Wahlrechtes gemäß § 275 Abs. 1 HGB das Umsatzkostenverfahren gewählt; der Posten Nr. 2 der Gliederung wurde in „Anschaffungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen“ umbenannt, um dem Charakter unserer Gesellschaft als Handels- und Vermietungsunternehmen besser Rechnung zu tragen.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum niedrigeren beizulegenden Wert nach Vornahme von außerplanmäßigen Abschreibungen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung bewertet und werden über die an die steuerlichen AfA-Tabellen angelehnte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten. Die Abschreibungen erfolgen linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei bis fünfzehn Jahren. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Zugänge im Geschäftsjahr an geringwertigen Anlagegegenständen werden im Geschäftsjahr in Anlehnung an § 6 Abs. 2a EStG abgeschrieben.

Unsere Gesellschaft weist im Anlagevermögen vermietete Kopiergeräte aus. Soweit Kopiergeräte im Rahmen von operativen Leasingverhältnissen vermietet werden, erfolgt eine Umbuchung aus dem Vorratsvermögen in das Anlagevermögen. Nach Ablauf des Mietvertrages werden die Kopiergeräte, sofern eine sofortige Weitervermietung nicht möglich ist, als Gebrauchtmaschinen in das Vorratsvermögen übernommen.

Die Aktivierung von Neumaschinen einschließlich des Zubehörs erfolgt mit einer Abschreibungsdauer von 48 Monaten, bei Production Printing Maschinen beträgt die Abschreibungsdauer 60 Monate.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Hinweise auf dauerhafte oder nicht dauerhafte Wertminderungen haben sich nicht ergeben.

Die Vorräte werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. bewertet. Für veraltete Bestände werden der Wertminderung entsprechende Abschläge vorgenommen. Bei der Ermittlung der Anschaffungskosten für Neugeräte wird systemseitig ein gleitender Durchschnittswert der noch im Bestand befindlichen Geräte errechnet. Gebrauchte Maschinen werden vollständig abgeschrieben, soweit eine Aufarbeitung noch nicht erfolgt ist. Aufgearbeitete Gebrauchtmaschinen werden mit den Aufarbeitungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennbetrag, gegebenenfalls zum niedrigeren Wertansatz gemäß § 253 Abs. 4 HGB. Wertberichtigungen werden für erkennbare Einzelrisiken gebildet. Zusätzlich wird eine Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko gebildet.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Insgesamt ergibt sich für die latenten Steuern ein Aktivüberhang, der entsprechend des in § 274 Abs. 1 HGB dargestellten Wahlrechts nicht bilanziert wird.

Die passivierten Pensionsverpflichtungen betragen TEUR 47.460 (i. Vj. TEUR 45.779). In Ausübung des Wahlrechts gemäß Art. 28 EGHGB wurden Pensionsverpflichtungen aus Altzusagen in Höhe von TEUR 461 (i. Vj. TEUR 468) nicht passiviert. Lediglich für die Erhöhungsbeträge dieser Altzusagen wurde das Wahlrecht dahingehend neu ausgeübt, dass diese Erhöhungsbeträge passiviert wurden.

Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und der Berücksichtigung von unternehmensindividuell bestimmten Fluktuationsraten und erwarteter Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen ermittelt. Die Zinssätze entsprechen den von der Deutsche Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssätzen gemäß § 253 Abs. 2 HGB, entsprechend der Vereinfachungsregelung für eine mittlere Laufzeit von 15 Jahren.

Beim zum 31. März 2022 endenden Geschäftsjahr wurde ein dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre entsprechender Zinssatz von 1,79 % angewendet. Ergebniseffekt eaus Zinssatzänderungen werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Der aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG resultierende Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen wurde zu einem Fünfzehntel im Geschäftsjahr zugeführt.

Die mittelbaren Pensionsverpflichtungen aus der UMU-Unterstützungskasse mittelständischer Unternehmen e. V. werden in Ausübung des handelsrechtlichen Passivierungswahlrechts nach Art. 28 EGHGB nicht bilanziert. Der Betrag beläuft sich gemäß Gutachten auf TEUR 41.474 (i. Vj. TEUR 38.764). Das Deckungskapital der Rückdeckungsversicherung beträgt TEUR 28.315.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus drohenden Verlusten und ungewissen Verpflichtungen. Die Rückstellungen werden dabei mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Tag darstellen.

C. Währungsumrechnung

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Devisenkassamittelkurs bewertet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über einem Jahr werden am Bilanzstichtag unter Beachtung des Imparitätsprinzips zum historischen Kurs oder zum Devisenkassamittelkurs bewertet.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung der Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2021/2022 sind im Anlagenspiegel in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultierte aus der Übernahme verschiedener Gesellschaften in vergangenen Geschäftsjahren und wird linear abgeschrieben. Bei der Festlegung der Abschreibungsdauer wurden der zu erwartende Umsatz und das zukünftige Business prognostiziert. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde über 15 Jahre vollständig abgeschrieben.

Vorräte

Gebrauchte Maschinen, die zum Bilanzstichtag noch nicht aufgearbeitet waren und sich somit nicht in einem vermarktungsfähigen Zustand befanden, werden mit einem Wert von EUR 0,00 angesetzt.

Bei aufgearbeiteten Maschinen erfolgt die Bewertung mit den tatsächlichen Aufarbeitungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Wertberichtigungen wurden auf fertige Erzeugnisse und Waren in Höhe von TEUR 585 (i. Vj. TEUR 483) sowie auf Zubehör und Ersatzteile in Höhe von TEUR 346 (i. Vj. TEUR 220) vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögengegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 92.194 i. Vj. TEUR 67.524) resultieren aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 65.000 (i.Vj. TEUR 53.000) aus einem konzernintern gewährten Darlehen. Forderungen gegen Gesellschafter oder Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen nicht.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten setzt sich aus Vorauszahlungen für Versicherungen (TEUR 278; i. Vj. TEUR 160) sowie für sonstige Leistungen (TEUR 4.143; i. Vj. TEUR 5.311) zusammen.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die liquiden Mittel belaufen sich auf TEUR 6.231 (i. Vj. TEUR 5.069).

Pensionsrückstellungen

Der Bewertung der Pensionsrückstellungen lagen folgende Prämissen zugrunde:

Durchschnittlicher Zinssatz: 1,79 %

Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung: 2,00 %

Erwarteter Rententrend: 1,25 %

Die zum 1. April 2010 aufgrund der geänderten Vorschriften des HGB erforderliche Zuführung zu den Pensionsrückstellungen von TEUR 10.453 wurden im Berichtsjahr gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB mit TEUR 697 aufwandswirksam berücksichtigt. Die in der Bilanz nicht ausgewiesenen Pensionsrückstellungen aus der Umstellung auf die Bewertungsvorschriften nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz betragen zum Bilanzstichtag TEUR 2.091.

Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen den Wertansätzen bei Verwendung des Zinssatzes auf Basis eines 10-Jahres-Durchschnitts (1,79 %) und der Verwendung des Zinssatzes auf Basis eines 7-Jahres-Durchschnitts (1,50 %) beträgt TEUR 2.846. Dieser unterliegt nach § 253 Abs. 6 HGB grundsätzlich einer Ausschüttungssperre.

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 2.388 (i. Vj. TEUR 6.487) sind für die auf Grund noch zu erfolgenden Veranlagungen für die Zeiträume 2020 bis 2022 gebildet worden.

Sonstige Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Beträge für die noch zu zahlenden Earn-Out-Beträge (erfolgsabhängige Kaufpreisnachzahlungen) für den im Vorjahr erfolgten Erwerb der Anteile an der Datavision GmbH (TEUR 7.191), für Urheberrechtsabgaben (TEUR 762), Urlaubsansprüche (TEUR 2.408), Austausch- und Rückkaufverpflichtungen (TEUR 3.837), Provisionen (TEUR 1.056), Weihnachtsgeld (TEUR 829), Händlerboni (TEUR 939), Tantiemen (TEUR 2.147), Garantieleistungen (TEUR 323) sowie Urlaubsgeld (TEUR 306).

Darüber hinaus enthalten die Sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 15.436.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 6.653 i. Vj. TEUR 13.963) resultieren aus konzerninternen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten setzt sich aus bereits vereinnahmten Mieten (TEUR 4.817; i. Vj. TEUR 3.506) im Geschäftsjahr 2021/2022 zusammen.

Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in den folgenden Posten:

Rückstellungen im Personalbereich

Abweichende Abschreibungsdauer von Wirtschaftsgütern

Die latenten Steuern werden mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,825 % sowie mit einem Gewerbesteuersatz von 15,2 % bewertet. Von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsätze resultieren aus den folgenden Tätigkeitsbereichen:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Direktkundengeschäft 336.084 362.765
Händler 86.108 79.364
Sonstige 3.615 1.947
425.807 444.076

Die Gesellschaft veräußert Geräte und Zubehörteile, für die bestimmte Kriterien erfüllende Miet- und Wartungsverträge existieren, an die Refinanzierungsgesellschaft Ricoh Capital Deutschland GmbH und tritt gleichzeitig die anteiligen Mietforderungen an diese ab.

In diesen Fällen sind die sich nach dem Barwert der Mietraten bestimmenden Verkaufserlöse in den Umsatzerlösen (Direktkundengeschäft) enthalten. Weiterhin enthalten die Umsatzerlöse im Direktkundengeschäft Mieteinnahmen aus eigenfinanzierten Vermietgeräten sowie Service- und Wartungseinnahmen.

Die Umsatzerlöse werden überwiegend mit Kunden im Inland getätigt.

Materialaufwand

Der Materialaufwand, gegliedert nach § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB, stellt sich wie folgt dar:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Aufwendungen für Betriebsstoffe und für bezogene Waren 248.499 258.187
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.555 7.013
255.054 265.200

Personalaufwand

Der Personalaufwand gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 6 HGB setzt sich wie folgt zusammen:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 96.089 97.966
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 18.455 18.845
- davon für Altersversorgung TEUR 1.936 (i. Vj. TEUR 2.708) -
114.544 116.811

Vertriebskosten

Die Vertriebskosten sind im Geschäftsjahr mit TEUR 57.487 zurückgegangen (i. Vj. TEUR 61.314).

Allgemeine Verwaltungskosten

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind auf TEUR 30.467 gesunken (i. Vj. TEUR 33.688).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf TEUR 2 (i. Vj. TEUR 55).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 0 (i. Vj. TEUR 5) als periodenfremde Aufwendungen enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen nach BilMoG (TEUR 697) Aufwendungen nach Art. 67 Abs. 1 und 2 EGHGB. Außerdem ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen die Zuführung zu der Restrukturierungsrückstellung in Höhe von TEUR 5.287 (i.Vj. TEUR 12.031) enthalten.

Zinsen an/von verbundenen Unternehmen

In den Zinserträgen sind TEUR 6 (i. Vj. TEUR 5) gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten. Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen betragen TEUR 0 (i.Vj. TEUR 0).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen bestehen im Wesentlichen (TEUR 5.369 i. Vj. TEUR 5.942) aus dem Zinsanteil der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen.

Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten TEUR 3 (i. Vj. TEUR 0) Erträge und TEUR 81 (i. Vj. TEUR 54) Aufwendungen aus der Währungsumrechnung.

F. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden zum 31. März 2022 in folgender Höhe:

TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen 10.692
Verpflichtungen aus sonstigen Leasingverträgen 7.033
17.725

Im Folgejahr sind von den Verpflichtungen aus Mietverträgen TEUR 3.948 und von den Verpflichtungen aus sonstigen Leasingverträgen TEUR 3.336 fällig.

Die dargestellten sonstigen Leasingverträge wie auch die Mietverträge haben Restlaufzeiten bis zu 72 Monaten.

Aus dem Cashpool-Vertrag mit der europäischen Ricoh-Gruppe besteht eine gesamtschuldnerische Haftung in Höhe der aktuellen Einlage.

G. Beteiligungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen für folgende Tochterunternehmen im Sinne des § 290 HGB, die damit auch verbundene Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB sind:

Nennkapital Anteile am Kapital Eigenkapital Ergebnis des letzten Abschlusses
TEUR % TEUR TEUR
Ricoh Capital Deutschland GmbH, Hannover 25 100,00 25 15.585 1
DataVision Deutschland GmbH 45 100,00 5.583 1.767 3

1 vor Gewinnabführung

H. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

2021/2022 2020/2021
Angestellte 1.821 1.938
Leitende Angestellte 105 115
1.926 2.053

Geschäftsführer, Pensionsrückstellungen für frühere Geschäftsführer

Alleiniger Geschäftsführer war bis zum 31.03.2022 Herr Raffaele Zaccardi. Seit dem 01.04.2022 ist Herr Michael Raberger CEO / alleiniger Geschäftsführer der Ricoh Deutschland GmbH, Hannover.

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge im Sinne des § 285 Nr. 9a) HGB wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Für ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft bestehen zum 31. März 2022 Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 3.075 (i. Vj. TEUR 3.076) sowie nicht passivierte Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 138 (i. Vj. TEUR 140). Die an ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft im Geschäftsjahr gewährten Altersbezüge belaufen sich auf TEUR 219 (i. Vj. TEUR 216).

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beläuft sich auf insgesamt TEUR 136. Davon entfallen TEUR 134 auf Abschlussprüfungsleistungen und TEUR 2 auf andere Bestätigungsleistungen.

Ergebnisverwendung

Der Ergebnisverwendungsvorschlag sieht vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

Konzernverhältnisse

Das gezeichnete Kapital wird zum 31. März 2022 von der NRG Group plc., London, Großbritannien, gehalten, deren Anteile wiederum von der RICOH Europe Holdings plc., London, Großbritannien, gehalten werden. Den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen, in den die Ricoh Deutschland GmbH, Hannover, einbezogen wird, erstellt die RICOH Europe Holdings plc., London, Großbritannien. Er ist am Sitz der RICOH Europe Holdings plc., London/Großbritannien, unter der Veröffentlichung im Companies House (company number 06273215) erhältlich. Die RICOH Company, Ltd., Tokio, Japan, stellt einen Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen auf; er ist am Sitz der RICOH Company, Ltd., Tokio, Japan, und außerdem im Bereich Investor Relations auf der Firmenhomepage der RICOH Company, Ltd., Tokio, Japan, erhältlich.

Hannover, den 29.Juli 2022

Ricoh Deutschland GmbH

Michael Raberger, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/22

Bruttobuchwerte
Stand am 01.04.2021 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.03.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.702.177,53 56.467,16 0,00 60.502,50 6.698.142,19
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.940.988,45 0,00 0,00 0,00 2.940.988,45
9.643.165,98 56.467,16 0,00 60.502,50 9.639.130,64
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 6.467.342,15 6.415,50 0,00 0,00 6.473.757,65
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46.603.941,86 1.048.468,49 0,00 8.391.586,12 39.260.824,23
3. Vermietvermögen 8.683.508,40 1.307.828,58 0,00 3.566.647,90 6.424.689,08
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 79.117,97 12.305,35 0,00 0,00 91.423,32
61.833.910,38 2.375.017,92 0,00 11.958.234,02 52.250.694,28
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.225.000,00 0,00 0,00 0,00 22.225.000,00
2. Beteiligungen 6.696,26 0,00 0,00 0,00 6.696,26
22.231.696,26 0,00 0,00 0,00 22.231.696,26
93.708.772,62 2.431.485,08 0,00 12.018.736,52 84.121.521,18
kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.04.2021 Zugänge Abgänge Stand am 31.03.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.585.324,21 94.564,24 60.502,50 6.619.385,95
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.940.988,45 0,00 0,00 2.940.988,45
9.526.312,66 94.564,24 60.502,50 9.560.374,40
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 5.890.212,84 245.378,24 0,00 6.135.591,08
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.096.871,87 2.947.550,45 8.139.620,01 31.904.802,31
3. Vermietvermögen 4.616.490,18 1.166.284,93 2.555.386,22 3.227.388,89
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
47.603.574,89 4.359.213,62 10.695.006,23 41.267.782,28
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
57.129.887,55 4.453.777,86 10.755.508,73 50.828.156,68
Nettobuchwerte
Stand am 31.03.2022 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 78.756,24 116.853,32
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
78.756,24 116.853,32
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 338.166,57 577.129,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.356.021,92 9.507.069,99
3. Vermietvermögen 3.197.300,19 4.067.018,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 91.423,32 79.117,97
10.982.912,00 14.230.335,49
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.225.000,00 22.225.000,00
2. Beteiligungen 6.696,26 6.696,26
22.231.696,26 22.231.696,26
33.293.364,50 36.578.885,07

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Ricoh Deutschland GmbH, Hannover

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Ricoh Deutschland GmbH, Hannover, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Ricoh Deutschland GmbH, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt 3 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Hannover, den 29. Juli 2022

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Christian H. Meyer, Wirtschaftsprüfer

Christian Schelling, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. März 2022

Aktiva

31.03.2022 Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 78.756,24 116.853,32
II. Sachanlagen
1. Einbauten auf fremden Grundstücken 338.166,57 577.129,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.356.021,92 9.507.069,99
3. Vermietvermögen 3.197.300,19 4.067.018,22
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 91.423,32 79.117,97
10.982.912,00 14.230.335,49
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 22.225.000,00 22.225.000,00
2. Beteiligungen 6.696,26 6.696,26
22.231.696,26 22.231.696,26
33.293.364,50 36.578.885,07
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.237.394,24 691.998,67
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 380.162,91 381.962,60
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 20.033.545,79 27.820.811,36
21.651.102,94 28.894.772,63
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 74.709.924,57 75.282.737,17
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 92.193.544,60 67.524.313,48
3. Sonstige Vermögensgegenstände 4.707.218,13 5.460.909,01
171.610.687,30 148.267.959,66
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.230.626,96 5.069.323,91
199.492.417,20 182.232.056,20
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.420.937,04 5.471.320,92
237.206.718,74 224.282.262,19

Passiva

31.03.2022 Vorjahr
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 8.750.000,00 8.750.000,00
II. Kapitalrücklage 69.958.899,80 69.958.899,80
III. Gewinnvortrag 22.773.754,64 21.764.630,63
IV. Jahresüberschuss 11.583.990,26 1.009.124,01
113.066.644,70 101.482.654,44
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 47.460.372,51 45.778.670,15
2. Steuerrückstellungen 2.388.302,81 6.486.575,11
3. Sonstige Rückstellungen 49.686.469,82 40.537.789,70
99.535.145,14 92.803.034,96
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.792.899,29 4.708.949,42
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.653.130,70 13.962.701,28
3. Sonstige Verbindlichkeiten 7.342.177,71 7.819.413,86
davon aus Steuern: EUR 911.460,00; (Vorjahr: TEUR 2.494)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.424.300,92; (Vorjahr: TEUR 1.610)
19.788.207,70 26.491.064,56
D. Rechnungsabgrenzungsposten 4.816.721,20 3.505.508,23
237.206.718,74 224.282.262,19

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2021 bis zum 31. März 2022

2021/22 Vorjahr
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 425.806.678,76 444.076.125,92
2. Anschaffungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 326.124.233,65 338.671.509,66
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 99.682.445,11 105.404.616,26
4. Vertriebskosten 57.487.068,77 61.314.300,69
5. Allgemeine Verwaltungskosten 30.467.340,45 33.688.400,31
6. Sonstige betriebliche Erträge 2.150,00 54.916,92
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.156.949,02 12.750.227,29
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 15.584.527,63 14.120.078,06
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.860,01 4.593,92
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.374.412,91 5.942.835,17
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.205.221,34 4.879.317,69
12. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss 11.583.990,26 1.009.124,01

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/22 VOM 01.04.2021 -31.03.2022

1 Grundlagen der Gesellschaft

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.3 Geschäftsverlauf

2.3.1 Umsatz- und Rohertragsentwicklung

2.4 Darstellung der Lage

2.4.1 Ertragslage

2.4.2 Vermögens- und Finanzlage

2.4.3 Personal- und Sozialbereich

2.5 Gesamtaussage zur Lage der Gesellschaft

3 Erklärung zur Unternehmensführung

4 Prognose-, Chancen-, Risikobericht

4.1 Prognosebericht

4.2 Risikobericht

4.3 Chancenbericht

5 Schlusswort

1 Grundlagen der Gesellschaft

Die Ricoh Deutschland GmbH gehört zum Konzern der RICOH Europe Holdings plc., London/Großbritannien, die wiederum seit 1995 zu 100% zur RICOH Company, Limited, Tokio/Japan gehört.

In Deutschland offeriert die Ricoh Deutschland GmbH ihre Produkte und Dienstleistungen im Rahmen eines dualen Vertriebssystems. Zum einen wird über qualifizierte Bürokommunikations- und IT-Fachhandelspartner unter den Markennamen RICOH und Nashuatec vermarktet, zum anderen wird über das Direktgeschäft ausschließlich unter dem Markennamen RICOH über die eigenen Business- und Service-Center vertrieben.

Das Unternehmen verfügt über zehn Business- und ServiceCenter an den Standorten Hannover, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, München, Berlin, Leipzig, Mönchengladbach, drei Sales Offices in Bielefeld, Radolfzell und Münster sowie ein Document Center in Brackenheim und Aßlar.

Unter Einbeziehung beider Distributionswege sowie einem deutschlandweit flächendeckenden, eigenen Servicenetzwerk differenziert sich die Ricoh Deutschland GmbH gegenüber einem Großteil der Mitbewerber und verfügt damit über ein leistungsfähiges Instrument insbesondere im Rahmen des sehr stark etablierten Großkundengeschäftes sowie sehr gute Möglichkeiten, dem Dienstleistungstrend unserer Branche sowie der technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wurde auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr weiterhin durch die Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst. Obwohl ein harter Lockdown im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund gestiegener Impfquoten und niedrigeren Behandlungsquoten in Krankenhäusern verhindert werden konnte, wirkte sich die andauernde und erhöhte Nutzung von Homeofficealternativen mittlerweile auch auf die Neuinvestitionstätigkeit unserer Kunden aus. Viele Kunden verschieben Beschaffungsentscheidungen und öffentliche Ausschreibungen aufgrund der unklaren Zukunftsaussichten insbesondere in Bezug auf die Auswirkung der Coronakrise auf den Bedarf an Büroflächen und Homeoffice-Arbeitsplätzen. Darüber hinaus haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Auswirkungen von Lieferengpässen insbesondere in der Speicherindustrie aber auch in anderen Zulieferbereichen erhöht, was in Folge negative Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit unseres Mutterunternehmens hatte, deren Neugeschäft wir finanzieren.

Grundsätzlich entwickelte sich die Bürokommunikationsbranche im Geschäftsjahr 2021/2022 daher stark rückläufig. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 779.960 Systeme platziert (i. Vj. 964.075). Dies entspricht insgesamt einem Rückgang von 19,1%.

In den für die Ricoh Deutschland GmbH maßgeblichen „Office“ Segmenten war die Marktentwicklung in Deutschland bezogen auf vermarktete Multifunktionssysteme mit einem Absatz von 352.497 (i. Vj. 347.267) Einheiten geringfügig über dem Vorjahresniveau (+1,5%). Dies resultierte aber teilweise aus Umklassifizierungen von Low End Systemen ausgewählter Mitbewerber, die aufgrund von Preiserhöhungen im Office Segment (>500$) gemeldet wurden, die im Vorjahr aber noch in der Kategorie Low End enthalten waren.

Der Anteil des Segments der „Personal Copiers“ sank infolge der Probleme mit Speicherkomponenten und der Umklassifizierungseffekte besonders stark um -9,2%-Punkte und lag somit bei 54,8% (i. Vj. 64%) des Gesamtabsatzes.

2.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind neben den Umsatzerlösen und dem Bruttoergebnis vom Umsatz das handelsrechtliche Ergebnis vor Steuern. Zudem ist die Anzahl der von Ricoh Deutschland platzierten Systeme ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Gesellschaft, da die Anzahl und die Art der vermarkteten Systeme wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage haben. Darüber hinaus ist der Ausbau der neuen Geschäftsfelder und deren Anteil am Gesamtumsatz ein wichtiger Steuerungsindikator.

2.3 Geschäftsverlauf

Unser Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr lag aufgrund der andauernden Probleme in der Beschaffung von Produkten vor allem in der Bestandspflege unser bestehenden Kundenbeziehungen sowie in der Verwaltung und Allokation der zur Verfügung stehenden Mengen auf ausgewählte Neu- und Austauschgeschäfte im Kerngeschäftsfeld Multifunktionaler Bürokommunikationssysteme.

Darüber hinaus lag der Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr auf der Vorbereitung und Umsetzung der beschlossenen Restrukturierung zur geplanten Neuausrichtung unserer Gesellschaft auf die zu erwartende dauerhafte Reduzierung von Printvolumen durch eine veränderte Office Realität. Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde u.a. ein Vorruhestandsprogramm für Mitarbeiter älter 61 Jahren umgesetzt und mit Verhandlungen für einen Interessenausgleich mit der Interessenvertretung der Arbeitnehmer begonnen, um eine Verbesserung unserer Kostenstruktur zur weiteren Stabilisierung unseres Bruttoergebnisses und unserer Umsatzrendite zu erreichen.

Insgesamt wirkten sich die andauernden Folgen der zweijährigen Pandemie mittlerweile deutlich auf die Investitionstätigkeit unsere Kunden aus, insbesondere bei Beschaffungsmengen und Auswahl von Leistungsklassen. Das Thema Homeoffice hatte unmittelbar nach der ersten Pandemie- und Homeofficephase zu einer Sonderkonjunktur im Bereich von kleinen Arbeitsplatzgeräten geführt, aber der Trend flachte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich ab.

Neben dem Branchentrend zur Investitionszurückhaltung führten die andauernden Beschaffungsprobleme, aber auch das teilweise weiterhin aggressive Preisverhalten einiger Mitbewerber insbesondere im Bereich öffentlicher Ausschreibungen dazu, dass wir unsere Absatz- und Umsatzziele erheblich verfehlten.

Unsere im Vorjahr erworbene Tochtergesellschaft DataVision entwickelte sich trotz der vorherrschenden Beschaffungsprobleme sehr erfreulich und das Marktsegment Audiovisionelle Lösungen entwickelte sich sowohl bei der DataVision als auch bei der Ricoh Deutschland sehr erfreulich, so dass wir dem Leitziel von Ricoh, sich von einem reinen Hardware-Hersteller zu einer ‚Digital Service Company‘ zu entwickeln, weiter kontinuierlich folgen konnten.

Absatzentwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte unser Unternehmen seine Positionierung bei der Vermarktung von multifunktionalen Systemen im relevanten Marktsegment aufgrund ganzjährig andauernder Beschaffungsprobleme sowie in Folge unseres Fokus auf weniger preisaggressive Marktsegmente für die verfügbaren Produkte nicht halten. Insgesamt war der Absatz an Neuplatzierungen von multifunktionalen Systemen deutlich unter Vorjahresniveaus (-25,4%) und bewegte sich damit konträr zum Markttrend mit einem Anstieg von 1,5%, wodurch sich unser Marktanteil auf 10,8% (i. Vj. 14,7%) deutlich reduzierte.

Abb. 1: Marktanteil Digitale Multifunktionssysteme

(ohne PC Segment)

Im Marktsegment der Farbsysteme (Vollfarbsysteme sowie Farb- und S/W Technologie in einem Gerät) konnte unser Unternehmen seinen Marktanteil ebenfalls aufgrund deutlich niedriger Stückzahlen (-21%) in Folge von Verfügbarkeitsproblemen bei einem geringfügig wachsenden Marktvolumen (+4,5%) nicht halten und der Marktanteil sank auf 12,5% (i. Vj. 16,6%) ab.

Abb. 2: Marktanteile Digitale Farbsysteme

Unser Absatz an Drucksystemen war mit -6,5% ebenfalls rückläufig, wobei sich der Markt insgesamt mit -0,4% stabilisierte. Hauptgrund für den Rückgang waren auch hier Verfügbarkeitsprobleme in Verbindung mit fehlenden Speicherbauteilen. In Folge des rückläufigen Absatzes reduzierte sich unser Marktanteil geringfügig auf 2,9% (i. Vj. 3,2%).

Abb. 3: Marktanteile Single Function Printer

2.3.1 Umsatz- und Rohertragsentwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Umsatz unserer Gesellschaft mit 425,8 Mio. € (i. Vj. 444,1 Mio. €) um -4,1%. Die Hauptgründe lagen wie im Vorjahr hauptsächlich in den Auswirkungen der Corona Pandemie. Neben den in diesem Jahr ganzjährig vorherrschenden Beschaffungsengpässen, die eine hohe negative Auswirkung auf unsere vermarkteten Stückzahlen und Umsätze hatten, konnte die in den Pandemiejahren erfolgte deutlich reduzierte Nutzung unser Bürokommunikationsinfrastruktur, welche sich negativ auf unser Service- und Wartungsgeschäft ausgewirkt hatte, trotz verbesserter Rahmenumstände (z.B. kein harter Lockdown) noch nicht wieder signifikant erhöht werden. Der Trend zur Arbeit im Homeoffice hat sich in den letzten zwei Jahren verfestigt und die Mitarbeiter und damit auch Druck-Volumen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr noch nicht wieder in dem Maße ins Büro zurückgekehrt, wie von uns erwartet wurde. Insgesamt ist zudem mittlerweile in allem Kundenbereichen im Bereich Behörden, Großkunden und Mittelstand im Neugeschäft eine andauernde Investitionszurückhaltung festzustellen.

Dagegen zog die Nachfrage in unserem Bereich Business Process Services im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder an. Auch unsere neuen Wachstumsfelder Application und Communication Services verzeichneten gute Wachstumsraten, konnten aber den Rückgang im Kerngeschäft nicht vollständig kompensieren. Der prognostizierte Umsatzanstieg wurde daher deutlich verfehlt.

Der Anteil des Direktkundengeschäfts betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 336 Mio. € (i. Vj. 362 Mio. €) und hatte damit einen leicht rückläufigen Anteil von 79% am Gesamtumsatz. Der Vertrieb mit Fachhandelspartnern stieg auf 86,1 Mio. € (i. Vj. 79,4 Mio. €) und der Anteil erhöhte sich leicht auf 20,2% vom Gesamtumsatz.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag mit 22,6 % geringfügig unter dem Vorjahr (i. Vj. 23,7%). Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus höheren Beschaffungspreisen von Waren, aber auch Transportkosten. Ohne die Beschaffungseffekte hätte sich der Trend in Bezug auf prozentualen Rohertrag im klassischen Kerngeschäftsfeld des Unternehmens, dem Vermietgeschäft für Kopiersysteme, positiver dargestellt. Der zunehmende Anteil von Verträgen mit Softwarelösungen, Archivierungslösungen und Communication Services und Preiserhöhungen im Fachhandels- und Direktvertrieb konnten die Beschaffungseffekte weitestgehend kompensieren.

2.4 Darstellung der Lage

2.4.1 Ertragslage

Bedingt durch den Umsatzrückgang um -4,1% und einer rückläufigen prozentualen Marge auf 22,6% sank unser Bruttoergebnis um -4,8% auf 96,2 Mio. € (i. Vj. 105,4 Mio. €).

Auf der Kostenseite konnten sowohl unsere Vertriebskosten mit 57,5 Mio.€ (i. Vj 61,3 Mio.€) als auch unsere allgemeinen Verwaltungskosten mit 30,5Mio. € (i. Vj. 33,7 Mio. €) signifikant reduziert werden. Hauptanteil an der Kostenreduzierung hatten dabei niedrigere Personalkosten in Folge der Reduzierung unseres Personalbestands durch Einstellungsstop und natürliche Fluktuation. Darüber hinaus hat unser Unternehmen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Instrumente der Bundesregierung aktiv genutzt und den weiterhin andauernden Beschäftigungsrückgang insbesondere durch das Instrument der Kurzarbeit abzufedern. Die Erträge des Unternehmens aus Gewinnabführungsverträgen stiegen zudem auf 15,6 Mio. € (i. Vj. 14,1 Mio. €).

Aufgrund der langfristigen Auswirkungen der Corona Pandemie auf die Bürolandschaft in Deutschland rechnen wir aber mittelfristig damit, dass wir unser Unternehmen auf dauerhaft reduzierte Druckvolumen aus veränderten Bürokommunikationsstrukturen einstellen müssen und hatten bereits im Vorjahr eine Rückstellung für geplante Restrukturierungen in Höhe von 12,0 Mio.€ gebildet. In diesem Jahr wurde der Umfang des Restrukturierungsprogrammes noch einmal erweitert und eine weitere Rückstellung von 5,3 Mio. € eingestellt, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurde. Insgesamt lagen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 6,2 Mio.€ aber erheblich unter dem Vorjahr (i. Vj. 12,8 Mio.€).

Aufgrund der reduzierten sonstigen betrieblichen Aufwendungen und der höheren Gewinnübernahme konnte das Ergebnis vor Steuern in Höhe von 15,8 Mio. € (i. Vj. 5,9 Mio. €) deutlich verbessert werden. Mit einer Umsatzrendite vor Steuern von 3,7 % lagen wir damit über unserer kurz- und langfristigen Zielprognose (+1,3%).

Insgesamt ergibt sich nach Abzug von Steuern ein Ergebnis nach Steuern von 11,6 Mio. € (i. Vj. 1,0 Mio. €).

2.4.2 Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzkennzahlen unseres Unternehmens sind trotz Corona Krise weiterhin sehr stabil. Die Bilanzsumme erhöhte sich allerdings deutlich um 8,6 % auf 243,6 Mio. € (i. Vj. 224,3 Mio. €) und unser Ziel der Reduzierung der Kapitalbindung wurde damit verfehlt.

Ein Hauptgrund für die höhere Bilanzsumme war die Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen auf 98,6 Mio. € (+31,0 Mio. €) in Folge der Erhöhung unserer Einlagen für eine verbesserte Liquidität in den Cashpool der Gruppe. Unsere Forderungsbestände aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich geringfügig in Folge reduzierter Umsätze auf 74,7 Mio. € (i. Vj. 75,3 Mio. €). Die Lagerbestände reduzierten sich in Folge der anhaltenden Beschaffungsengpässe auf 21,7 Mio. € (i. Vj. 27,8 Mio. €). Unser Anlagevermögen konnte durch Reduzierung von Anlage- und Vermietvermögen auf 33,3 Mio. € (i. Vj 36,6 Mio. €) reduziert werden.

Auf der Passivseite erhöhten sich die Rückstellungen auf 99,5 Mio. € (i. Vj 92,8 Mio. €). € Die Rückstellungen für Pensionen erhöhten sich aufgrund weiterhin rückläufiger Zinsannahmen auf 47,5 Mio. € (i. Vj. 45,8 Mio. €). Zudem erhöhten sich auch die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 49,7 Mio.€ (i.Vj. 40,5 Mio.€) hauptsächlich durch Erhöhung der Restrukturierungsrückstellung, wohin sich die Steuerrückstellungen durch Zahlungen signifikant reduzierten.

Das Eigenkapital konnte aufgrund des positiven Jahresüberschusses auf 113,1 Mio. € (i.Vj. 101,5 Mio. €) erhöht werden, wobei die Eigenkapitalquote trotz erhöhter Bilanzsumme auf 47,7 % (i. Vj. 45,2%) stieg. Die Finanzierung unseres Unternehmens war jederzeit sichergestellt und die Gesellschaft ist aufgrund unserer Guthabensituation jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich nachzukommen.

2.4.3 Personal- und Sozialbereich

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in 2021/22 betrug 1.926 Mitarbeiter und lag in Folge der rückläufigen Umsätze und des in Folge der Corona Pandemie verhängten Einstellungstops um -2,4% unter dem Niveau des Vorjahres (i. Vj. 2.053). Eine Reduzierung des durchschnittlichen Personalbestandes erfolgte hauptsächlich im Servicebereich (-62), im Vertriebsbereich (- 51) sowie in den Verwaltungs- und Supportfunktionen (-14).

Die vor Jahren eingeschlagene Strategie, die Qualität der Beratung nachhaltig durch Rekrutierung von Hochschulabsolventen zu forcieren, wurde fortgeführt, da der Trend zu Beratungsdienstleistungen und Kostenoptimierung der Bürokommunikation direkt vor Ort beim Kunden das Anforderungsprofil des Vertriebsmitarbeiters entscheidend verändert.

Die Anzahl von Ausbildungsplätzen war mit 65 Ausbildungsplätzen (i. Vj. 69) im Jahresdurchschnitt geringfügig unter Vorjahresniveau. Die Auszubildendenquote im Verhältnis zu der Gesamtbelegschaft lag unverändert bei 3,4% (i.Vj. 3,4%) an.

2.5 Gesamtaussage zur Lage der Gesellschaft

Unsere Umsatzerlöse reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr in Folge der Auswirkungen der Corona Pandemie insbesondere aufgrund der eingeschränkten Produktverfügbarkeiten im 2. Jahr in Folge (-4,4%). Der Rückgang im Bruttoergebnis vom Umsatz konnte aufgrund von Kosteneinsparungen sowie reduzierten sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie einer höheren Gewinnübernahme aus Gewinnabführungsverträgen mit der Ricoh Capital Deutschland GmbH deutlich verbessert werden. Die Umsatzrendite vor Steuern lag daher mit 3,7 % deutlich über dem Vorjahresniveau (i. Vj. 1,3%) und unserer Prognose.

Trotz widriger Rahmenumstände in Folge der Pandemie und der damit einhergehenden Beschaffungsengpässe konnte unser Ergebnis insgesamt signifikant verbessert werden und durch die Erhöhung der Risikovorsorge sind wir für die Zeit nach Corona und geplante strukturellen Anpassungen gut vorbereitet.

3 Erklärung zur Unternehmensführung

Unsere Frauenquote in Führungspositionen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 20,6% (i. Vj. 24,0%) und lag damit oberhalb unseres Zielbereichs von 20%.

4 Prognose-, Chancen-, Risikobericht

4.1 Prognosebericht

In Folge der Corona Pandemie haben sich die Rahmenumstände im Markt für Bürokommunikation seit dem erstmaligen Auftreten in 2020 verändert. Die seit März 2020 als Reaktion auf das erstmalige Auftreten der Pandemie kommunizierte Arbeit aus dem Homeoffice wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von der Bundesregierung weiter forciert und ist mittlerweile auch im Behördenumfeld etabliert. Die Tätigkeit aus dem Homeoffice hat die Entwicklung zu neuen Kommunikationsmitteln und weniger Büro- bzw. Office Tätigkeit und damit den Wandel im Bürokommunikationsumfeld beschleunigt.

Unser Jahresbudget für das Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Umsatzplan von 455 Mio.€ wurde im Januar 2022 verabschiedet, aber fußte zu diesem Zeitpunkt auf der Annahme, dass sich die Beschaffungssituation zum Ende des 1. Quartals weitestgehend stabilisiert haben sollte. Die Verfügbarkeitsprobleme werden uns nach aktuellem Stand noch allerdings noch bis Ende des 3. Quartals begleiten.

Die Entwicklung zum Ende unseres ersten Quartals war mit einem Umsatzrückgang von -3,5% ggü. Vorjahr weiter leicht rückläufig. Die insgesamt deutlich positiveren Aussichten in Bezug auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftstätigkeit sowie die langsame, aber stetige Verbesserung der Beschaffungssituation stimmen uns aber optimistisch, dass wir in den Folgequartalen wieder erhöhte Auslieferungen und erhöhte Druckvolumen verzeichnen können. Unser Auftragsbestand zum Geschäftsjahresbeginn lag bei 30,9 Mio.€ (i.Vj. 19,1 Mio. €) und hat sich zum Quartalsende auf 34 Mio.€ weiter erhöht.

Unser Druckvolumen ist in Folge der Corona Pandemie um über 20% zurückgegangen und durch den anhaltenden Trend zum Homeoffice und Büroschließungen und Verkleinerungen ist hingegen nur eine langsame Aufwärtsbewegung feststellbar. Per Ende Mai unseres Geschäftsjahres 2022/23 lag unser Volumen im Officebereich zwar 5% über dem Vorjahr, aber weiterhin rund 19% niedriger als vor Beginn der Corona-Pandemie. In den Bereichen Software/Archivierungslösungen (37%) und Communication Services (13%) verzeichnen wir hingegen gute Wachstumsraten und auch im Bereich Business Process Outsourcing (2%) verzeichnen wir wieder Wachstum.

Darüber hinaus wird sich das sinkende Preisniveau im Service- und Wartungsbereich in Folge des aggressiven Marktumfeldes weiter verstärken und wir rechnen daher trotz leicht verbesserter Volumen nicht mit einem Anstieg des Umsatzes in diesem Bereich, weshalb wir grundsätzlich Maßnahmen im Bereich Preisanpassungen, aber auch Rationalisierungsmaßnahmen, versuchen, um den dauerhaften Rückgang der Umsätze kompensieren zu können.

Nach einem Umsatzrückgang um -4,1% im abgelaufenen Geschäftsjahr rechnen wir daher für das Folgejahr mit einem Umsatzanstieg um 6,8%. Für unser Bruttoergebnis vom Umsatz erwarten wir ebenfalls einen Anstieg um 6%.

Trotz erwarteter Steigerung von Umsätzen und Roherträgen infolge der angenommenen Verbesserung der Beschaffungssituation in der 2. Jahreshälfte müssen wir unsere Kosten weiterhin eng kontrollieren und Prozesse weiter optimieren und administrative Tätigkeiten minimieren. Bei unseren Kosten gehen wir von einer Steigerung von 6% aus, da wir im neuen Geschäftsjahr ohne Kurzarbeit planen und darüber hinaus mit inflationsbedingten Preissteigerungen wie z.B. Tariferhöhungen oder Kraftstoffkosten rechnen müssen. Daher planen wir in Summe weiterhin mit einer Ziel-Umsatzrendite bezogen auf das Ergebnis vor Steuern von 1,3%. Wir gehen darüber hinaus davon aus, dass sich im Folgejahr unsere Kapitalbindung durch reduzierte Lagerbestände um -4% reduzieren wird.

4.2 Risikobericht

In Folge der Corona Pandemie haben sich die Trends zur erhöhten Homeoffice Nutzung und Digitalisierung von Dokumenten und Workflows verstärkt. Obwohl sich die Impfquoten in Deutschland mittlerweile bei 75 % nivellieren, verzeichnet Deutschland weiterhin hohe Neuinfektionszahlen infolge immer neuer Coronavarianten, aber auch aufgrund gelockerter Kontaktbeschränkungen.

Auch wenn wir derzeit einen leichten Trend zur teilweisen Rückkehr ins Office sehen, wird sich die finale Rückkehr und Volumenentwicklung erst nach vollständiger Bewältigung der Corona Pandemie zeigen. Dies stellt grundsätzlich ein Umsatz- und Ertragsrisiko für unser Unternehmen dar. Rückläufige Volumen reduzieren den für uns wichtigen After Sales Umsatz. Zudem besteht weiterhin das Risiko weiterer Corona Mutationen und weiterer Corona Wellen, zu deren Vorhersehbarkeit und Intensität derzeit keine belastbaren Aussagen möglich sind.

Das Marktrisiko wird sich durch den Nachfragerückgang und das weitere Zusammengehen der Märkte für Druck- und Kopiertechnik sowie die Verlagerung auf neue Technologien weiter erhöhen und der Wettbewerb um das Outputvolumen des Kunden wird sich auch in Folge des Homeofficetrends weiter verschärfen. Neben den traditionellen Druckerherstellern drängen insbesondere im Großkundengeschäft verstärkt IT-Dienstleister in den Markt für Outputdienstleistungen. Inwieweit sich unser Unternehmen dem vorherrschenden Preiskampf entziehen kann, hängt nach wie vor maßgeblich von der erfolgreichen Umsetzung der entwickelten Vermarktungsstrategie und unseren Softwarelösungen ab.

Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung und des damit einhergehenden Preiskampfes im Bereich der Druck- und Kopiertechnik besteht daher auch für die Folgejahre weiterhin ein generelles Risiko in Bezug auf die Umsatzentwicklung unseres Unternehmens, da wir uns insbesondere im Großkundengeschäft nicht vollständig dem Preiskampf im Markt entziehen können.

Generell hat sich in Folge der Corona Pandemie ein weiteres Risiko ergeben, dass wir über lange Jahre als nicht materiell eingestuft hatten, aber sich im letzten Geschäftsjahr weiter verstärkt hat. Bedingt durch weltweit gestörte Produktionsketten ergeben sich in vielen Wirtschaftsbereichen erhebliche Beschaffungsrisiken in Bezug auf die allgemeine Verfügbarkeit. Für unsere Industrie ist insbesondere der weltweite Mangel an Speichermedien eine große Herausforderung und sorgt für signifikante Verzögerungen in der Belieferung, aber es gibt darüber hinaus auch weitere Komponenten, bei denen Probleme in den Lieferketten auftreten (z.B. Plastik). Dies stellt grundsätzlich ein Umsatz-, aber auch ein Ertragsrisiko für unser Unternehmen dar.

Hinsichtlich der Rohertragsentwicklung ist insbesondere die Volumenentwicklung in der Produktion ein wichtiger Einflussfaktor. Weltweite Nachfragerückgänge in Folge der Coronakrise könnten Auswirkungen auf die Produktionsmengen und Kosten haben. Bei signifikant reduzierten Absatzmengen ist in der Folge mit einem Anstieg der Bezugspreise zu rechnen.

Darüber hinaus ergibt sich in Folge der Verknappung von Wirtschaftsgütern ein weiteres Bezugspreisrisiko. So haben sich im letzten Jahr die Preise für Containertransporte verzehnfacht und auch die Preise vieler Rohstoffe und Bauteile sind in Folge der Verknappung signifikant erhöht. Unser Konzern hat im letzten Jahr bereits eine Preiserhöhung im Bereich unserer Produkte durchgeführt, aber wir mussten eine weitere Erhöhung zum 01.04.2022 akzeptieren und kommen daher nicht umhin, diese Erhöhung erneut an unsere Kunden weiterzureichen. Für längerfristige Vertragsvereinbarungen stellt die Erhöhung unserer Bezugspreise insoweit ein Ertragsrisiko dar, wenn diese nicht an die Kunden weitergereicht werden können.

Neben dem Risiko steigender Bezugspreise hat sich zudem ein generelles Inflationsrisiko in Deutschland seit Ende 2021 ergeben. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Ukraine Konflikt und den in der Folge erheblich gestiegenen Kosten für Energie und Kraftstoff in Folge der Verknappung von Gas und Öl. Daneben führen Verknappungen und selektive Engpässe bei Lebensmittelprodukten wie z.B. bei Weizenprodukten zu überproportionalen Preissteigerungen. Die Inflation in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf einen hohen Wert um 8% eingependelt. Dies stellt für unser Unternehmen ein generelles Kostenrisiko dar, z.B. durch erhöhte Tarifabschlüsse, Kraftstoffpreise, Mietpreisindexierungen oder gestiegene Energiekosten. Auch hier kommen wir nicht umhin, weitere Preissteigerungen im Markt durchzusetzen, um den Kostenanstieg ausgleichen zu können.

Künftig sind zudem Zinssteigerungen der Zentralbanken zur Kontrolle der Inflation sehr wahrscheinlich, die wiederum einen negativen Einfluss auf den Rohertrag des Unternehmens haben könnten, da hierdurch die Finanzierung von Verträgen mit Endkunden negativ beeinflusst wird. Bislang hat die Europäische Zentralbank lediglich eine geringfügige Anhebung der Zinsen kommuniziert. Sollte sich die Inflation im Euroraum nicht kurzfristig wieder reduzieren, müssen wir davon ausgehen, dass es zu weiteren Zinserhöhungen kommen wird.

Demgegenüber stellt das Wechselkursverhältnis zwischen Euro und Yen, welches für unser Unternehmen ein grundsätzliches Risiko in Bezug auf unsere Bezugspreise beinhaltet, momentan kein materielles Risiko dar. Kurzfristige Schwankungen im Wechselkursverhältnis werden durch unseren Konzern ausgeglichen, aber bei dauerhaften Verschiebungen des Verhältnisses resultieren diese Veränderungen in Preiserhöhungen.

4.3 Chancenbericht

Die Coronakrise bietet aber auch Chancen. Das geänderte Bürokommunikationsumfeld und Mitarbeiterverhalten in Bezug auf Homeoffice und Kommunikationssysteme kann zwar zu einem dauerhaften Volumenrückgang führen, allerdings gibt es andere Marktsegmente, die durch diesen Trend starke Wachstumsraten erfahren. Insbesondere im Bereich von Videokonferenzen und Konferenzlösungen gab es im letzten Jahr einen spürbaren gestiegenen Bedarf, den wir mit unser neuen Tochtergesellschaft Datavision ideal bedienen können. Auch im Bereich Cloud Services steigt die Nachfrage kontinuierlich an. Die Arbeit an unterschiedlichen Standorten erhöht zudem den Bedarf nach Archivierungslösungen und Workflows, die aus dem Homeoffice betrieben werden können. Zudem können wir unsere Mitarbeiter im Servicebereich aufgrund der technischen Lösungskompetenz auch auf neue Wachstumsmärkte vorbereiten und trainieren. Der steigende Internethandel sorgt gerade in Zeiten von Corona für einen sprunghaften Anstieg an kontaktneutralen Aufgabe- und Abholanlagen‘ (Locker), die sowohl im Aufbau als auch im Betrieb technische Lösungskenntnisse erfordern. Unser Unternehmen ist in dieses Segment eingestiegen und hat bereits namenhafte Kunden gewinnen können und kann damit Nachfragerückgänge im Kerngeschäft ausgleichen.

Zudem gibt es auch in Coronazeiten Branchen, die sich trotz widriger Rahmenbedingungen nahezu konstant entwickeln oder sogar wachsen. Gerade im Bereich Medizintechnik und Forschung, aber auch bei Internethandel und bei Paketversendern waren auch in der Krise geringe Volumeneinbrüche festzustellen und gerade in diesen Kundensegmenten waren wir zuletzt sehr erfolgreich.

Mit unseren entwickelten Dienstleistungskonzepten und mit der technologischen Vorwärtsentwicklung der Muttergesellschaft im Hinblick auf Anbindungstechnologie und offene Produktarchitektur wird es uns trotz des aggressiven Wettbewerbsumfeld auch zukünftig möglich sein, unsere Position innerhalb aller Anbieter im Markt der Bürokommunikation zu verteidigen. Neue Produkttechnologien wie der 3D-Digitaldruck, Flachbettscanner und das Geschäft mit Druckköpfen (Inkjet) werden uns dabei helfen, in den Folgejahren die negativen Auswirkungen der Coronakrise und den Trend des rückgängigen Volumens zu minimieren.

Auf der Kostenseite bieten sich darüber hinaus durch den Trend zu cloudbasierten ERP Plattformen weitere Chancen auf Kostenoptimierung durch Prozessvereinheitlichung, -verbesserung und -vereinfachung sowie die erweiterte Realisierung von Synergien zwischen den neuen und bestehenden Geschäftsbereichen. Zudem investiert unsere Gruppe weiterhin in die Automatisierung von Prozessen mit Hilfe von roboterunterstützter Bearbeitung von repetitiven Prozessen.

5 Schlusswort

Wir danken allen Mitarbeitern und der Arbeitnehmervertretung für Ihre tatkräftige Unterstützung und den hohen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Insbesondere unsere Mitarbeiter hatten maßgeblich Einfluss darauf, dass unser Unternehmen den Geschäftsbetrieb trotz Verfügbarkeitsproblemen, Kurzarbeit und Restrukturierungsvorbereitungen vollständig ausrecht erhalten konnte.

Hannover, den 29. Juli 2022

Ricoh Deutschland GmbH

Michael Raberger, Geschäftsführer